Januar 2026

Kreator – Krushers Of The World

Bei Kreator geht es spätestens seit dem Einstieg von Sami Yli-Sirniö 2001 darum, das selbst auferlegte Niveau zu halten. „Krushers Of The World“ trifft diesbezüglich erneut ins Schwarze, öffnet aber auch ein neues Kapitel für die Band. Ist es doch das erste Album mit Neu-Bassist Frédéric Leclercq. Musikalisch führen Mille und Co. ihren seit spätestens 2012 („Phantom Antichrist“) eingeschlagenen Weg fort und präsentieren messerscharfen Thrash Metal in hymnischem Gewand. Das hat zur Folge, dass sämtliche Refrains auf diesem sechzehnten Album sofort ins Ohr gehen, ohne, dass die Essener vom Weichspüler Gebrauch machen. Eine gewisse Liebe zu traditionellem Heavy Metal findet sich in der Gitarrenarbeit zwar nach wie vor, wobei groß inszenierte Stampfer wie der Titeltrack die Ausnahmestellung der Essener erneut zementieren. Die Knüppelorgie „Blood Of Our Blood“ wird derweil einmal mehr mit klassischer Heavy Metal-Gitarrenarbeit und einem Refrain, der niet- und nagelfest sitzt, veredelt. Überhaupt ist jedes Stück auf „Krushers Of The World“ eine kleine Hymne für sich, wobei Kreator auch noch für Überraschungen gut sind. „Tränenpalast“ etwa wartet als treffsicheres Duett mit Britta Görtz (u.a. Hiraes) auf und lässt Milles Liebe zu Horrorfilmen anklingen (ist es doch vom italienischen Kult-Streifen „Suspiria“ inspiriert). Dass die Musiker in jedem Stück zur Höchstform auflaufen, ist nach all den Jahren keine Selbstverständlichkeit und findet im finalen Songtrio „Psychotic Imperator“ (Nackenbrecher-Alarm), „Deathscream“ (lyrisches Alptraumszenario mit messerscharfer Riffarbeit) und der abschließenden Mystery-meets-Pathos-Hymne „Loyal to the Grave“ sein furioses Ende. Es bleibt dabei: Kreator gehören zur Crème de la Crème der Szene.

Dominik Maier

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