The Gems – Year Of The Snake

The Gems läuten mit leichter Verspätung das Jahr der Schlange ein. Ob der Albumtitel „Year Of The Snake“ aber wirklich auf die Jahreszyklen diverser Kalender zurückgeht, dürfte fraglich sein, tut aber nichts zur Sache. Denn The Gems liefern mit ihrem zweiten Streich jenen High-Energy-Rock n‘ Roll, der aus seiner Heldenverehrung keinen Hehl macht (Van Halen, Joan Jette oder auch Kiss werden mehr als einmal zitiert, man höre u.a. die Frühlingshymne „Cloud Chaser“) und stattdessen das Lebensgefühl dieser Musik mit literweise Herzblut verkörpert. Dabei findet sich Balladeskes neben simplen Groove-Stampfern der Marke „Buckle Up“. Mit dem Titeltrack geht das Trio nach dem Intro „Walls“ direkt in die Vollen und Sängerin Guernica drückt der schmissigen Komposition ihren unverkennbaren Stempel auf. In der achtziger Jahre-Huldigung „Gravity“ holen sich die Damen Unterstützung von Majesticas Tommy Johansson, der dem Duett einen zusätzlichen Funken Lebensfreude verleiht. Aber im Grunde brauchen The Gems keinen Gäste um das flatterhaft-unbekümmerte Lebensgefühl des Rock n‘ Roll in schmissige Songs zu verpacken. „Live and let go“ trifft mit seinem Refrain sofort ins Herz und bietet außerdem ein feines Gitarrensolo, das weder Egotrip, noch Schlamperei ist. Ganz großes Emotionskino vollzieht die Power-Ballade „Forgive and Forget“, die von einer schmachtenden Atmosphäre zwischen Sehnsucht und Nostalgie lebt. Dank dezenten Blues-Vibes passiert ähnliches in „Math Ain’t Mathing“, dessen warm-griffige Gitarrenarbeit zügig in die Beine geht. Dass im Grunde jeder Song auf „Year Of The Snake“ zündet und herzliche Lebensfreude transportiert, macht das Album zum perfekten Soundtrack für den aufkeimenden Frühling.
Dominik Maier