Mortem – Mørketid

Nach einem Demo im Jahr 1989 und dem Debütalbum von 2019 legen Mortem mit „Mørketid“ nun ihr zweites Vollalbum vor. Dabei bleiben die Norweger ihrem Stil treu und liefern frostigen Black Metal, der Dank stimmungsvollem Keyboard-Einsatz einen markanten Grusel-Faktor bereithält. Bands wie Emperor stellen sich dabei als Referenz für die kantige Frostatmosphäre heraus, was u.a. auch daran liegt, dass Mortem, ähnlich wie Ishahn und CO. den Einsatz von Orchester und Tasteninstrument wenig kitschig gestalten und stattdessen eher Wert auf eine mystische Stimmung legen. In diesem Punkt legen Mortem ihre Ursprünge als Veteranen des norwegischen Black Metal mit aller Konsequenz offen. Dass sich dabei Parallelen zu alten Dimmu Borgir oder Borknagar ebenso auftun, wie die Stücke den schroffen Geist ihrer Heimat atmen, versteht sich angesichts der personellen Verflechtungen, sowie der weit zurückliegenden Szeneverhaftung der Band von selbst. Die klamm-giftige Atmosphäre tut ihr Übriges und macht „Mørketid“ zu einem ausgereiften Stück Norwegen-Black Metal, das den Versuch, dem Sommer mit mystischen Winter-Vibes entgegen zu wirken, passabel erledigt.
Dominik Maier